„Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund“ 

(Hildegard von Bingen)

 

Liebe Eltern,

vielleicht hat Ihnen Ihr Kind schon erzählt, dass bei uns in der Schule ein kleiner weißer Hund mit Frau Raabe herumläuft. Darf ich vorstellen: das ist Bärbel, momentan zwölf Wochen jung.

Bärbel ist von der Rasse ein Pastore Maremmano Abruzzese (also ein italienischer Herdenschutzhund) und wird ungefähr kniehoch werden.

Momentan ist sie in ihrer Entdeckungsphase, lernt den Schulalltag, ihre Umgebung und alles kennen, was zum täglichen Leben dazu gehört. Natürlich ist sie nicht alleine, sondern überwiegend  nur in Begleitung von mir unterwegs. Auch ist sie nicht jede Stunde im Unterricht dabei, sondern hat ihren Ruheplatz im Konrektorat. Aber auch in den Klassenzimmern hat sie ihren Platz, an dem sie nicht gestreichelt wird und den sie auch eigentlich nicht ohne Erlaubnis verlassen darf (WIR ÜBEN!!! Ja, aber mit zwölf Wochen ist das manchmal doch noch ganz schön schwierig).

Natürlich „wohnt“ Bärbel nicht alleine in der Schule und muss auch nachts hier keine Angst haben, wie schon besorgte Schülerinnen und Schüler vermutet hatten, sondern lebt  bei seinem Halter daheim; in diesem Fall also bei mir.

Sie ist haftpflichtversichert, geimpft und unter regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle und besucht selber auch schon die Hundeschule (Einzelstunden für den Grundgehorsam, Welpenspielstunden zur Sozialisation und Gruppenstunden, um das Gelernte auch bei Ablenkung zu trainieren und zu festigen). Das erste Ziel ist hier die Begleithundeprüfung. Danach werden wir speziell im Bereich Einsatz in der Schule weiterlernen.

Einen Hund auf diese Art aufwachsen zu sehen, ist für viele Kinder eine Chance. Hunde in der Schule und im Unterricht sind nicht einfach zur Bespaßung der Schülerinnen und Schüler da, sondern haben unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Besonders haben sie eine Katalysatorwirkung in eher lebhaften Klassen, können  zum Ordnungsverhalten der Schülerinnen und Schüler beitragen (es liegt nichts auf dem Boden, der Rucksack ist zu, kein Essen liegt rum,…) und sie können auch zum Angstabbau beitragen. Die Stärkung des Selbstwertgefühls bei Kinder kann ebenso ein positiver Nutzen sein, wie der Abbau von Stress.

In jeder Klasse, in die Bärbel mitgeht, wurde mit den Schülern anfänglich ein Verhaltskatalog durchgesprochen, der hygenische Aspekt angesprochen und auch nachgefragt, wer Angst vor Hunden bzw. eine Tierhaarallergie hat. Bei den älteren Schülerinnen und Schülern haben wir Absprachen diesbezüglich getroffen. Bei jüngeren Schülern schaue ich danach, dass Kontakt zu den Erziehungsberechtigten aufgenommen wird . Wichtig ist auch, das Wissen bei den Kindern zu schulen, dass, neben aller momentan Niedlichkeit, Bärbel ein Hund ist und bleibt.

Die Kinder dürfen gerne im Konrektorat vorbeischauen und Bärbel besuchen (sofern sie nicht schläft) und auch Sie lade ich herzlich ein, wenn Sie Bärbel kennen lernen möchten oder einfach auch nur Fragen haben. Ich stehe Ihnen jederzeit persönlich, telefonisch oder per email ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zur Verfügung.

Auf der Homepage können Sie in den nächsten Wochen weitere Informationen zum Thema Schulhund nachlesen und die Entwicklung Bärbels verfolgen.


Was Bärbel vormittags so macht:

So ein Schulvormittag ist für Bärbel sehr abwechslungsreich.

Zu einen ihrer Aufgaben hat sie sich zum Beispiel die Unterstützung unserer Schulsekretärinnen gemacht. Neben ausgiebigen Streicheleinheiten, die sie einfordert, sitzt sie dafür dann gerne bei Frau Keller oder Frau Pfahler und hilftbeiden bei den diversen Aufgaben – zumindest durch ihr dabei sein. Das ist sehr praktisch, denn manchmal fällt auch (natürlich ganz zufällig) ein Stückchen Apfel oder Käse hinunter und dies kann ja nicht einfach so auf dem Boden liegen bleiben…

In manchen Stunden geht Bärbel schon mit in den Unterricht. Meistens erschnüffelt sie erst einmal alle wichtigen Informationen:

  1. Wer hat welches Vesper dabei?
  2. Wo waren die Schülerinnen und Schüler vorher (Schuhe geben da viele Informationen für feine Hundenasen preis)?
  3. Wer duftet momentan positiv und streichelt mich erst einmal ausführlich?

Wenn Bärbel mit in den Unterricht kommt wissen die Schülerinnen und Schüler , dass sie ihre Rucksäcke und Taschen geschlossen halten sollen, kein Müll auf dem Boden geworfen wird und Bärbel auch nicht gefüttert wird. Nach einem Kontakt mit Bärbel sollten sich die Kinder die Hände waschen.

Besonders positiv wirkt sich Bärbels Anwesenheit auf die Lautstärke aus. Die Klassen sind hier sehr rücksichtsvoll und versuchen die Hundeohren (und damit auch gleichzeitig die Lehrerohren J) zu schonen.